
In der Glasverarbeitung ist die Trocknung der Beschichtung keineswegs ein passiver Prozess. Wenn der Ofen nicht mit der Geschwindigkeit mithalten kann, entstehen Defekte wie Orangenschalen-Effekte, Ansammlungen von Lösungsmitteln sowie Probleme bei der Haftung der Beschichtung – und das direkt in der Laminierlinie. Gleichzeitig steigt die Warteschlange an, und die Bediener verlangsamen die Linie, um Defekte zu vermeiden. Wir haben Heizmodule entwickelt, die in der Produktionsgeschwindigkeit arbeiten können, ohne dass man auf die Qualität des Glases verzichten muss.
Was wirklich wichtig ist
Wir nutzen NIR-Quarzmittler, um die Energie direkt in die Beschichtung zu leiten – und nicht in die umgebende Luft. Die Reaktionszeit auf Vollleistung beträgt weniger als 3 Sekunden, sodass jede Behandlungserunde gleich aussieht. Das System gewährleistet ein stabiles Temperaturprofil über die gesamte Breite des Glases – dadurch werden thermische Belastungen sowie Verformungen an den Rändern vermieden. Die Leistungsdichte passt sich der Geschwindigkeit der Linie sowie der Dicke des Glases an – von 3 mm bis 19 mm. Dabei wird eine kontrollierte Emissivität sowie Gleichmäßigkeit gewährleistet, damit die Temperatur der Beschichtung im gewünschten Bereich bleibt. Die Emitters passen zu den Standardtransportbreiten und können als Ersatz für OEM-Module eingesetzt werden. Die Anschlüsse und Abschirmungen sind für industrielle Spannungen geeignet.
Warum das in der Praxis funktioniert
Bei der Vorbereitung der Beschichtung und Laminierung bedeutet schnelle Trocknung eine schnellere Produktionsgeschwindigkeit. Wir konnten bereits Linien betreiben, bei denen die Aushärtungszeit von Minuten auf Sekunden verkürzt werden konnte – ohne dass die Menge an Ausschuss zunahm. Da die Wärme gezielt eingesetzt wird, wird die Konvektion reduziert – dadurch bleibt es im Werk kühler, und der Energieverbrauch sinkt im Vergleich zu Öfen mit vollständiger Kammerisolierung. Eine bessere Kontrolle des thermischen Feldes hilft dabei, Mikrorisse zu vermeiden und die Haftung der Beschichtung zu verbessern – was besonders wichtig ist, wenn das Glas nach der Beschichtung gebogen oder gehärtet wird. Zudem wird die Sicherheit verbessert: Der Prozess ist kürzer und vorhersehbarer, und es sind weniger manuelle Eingriffe nötig.
Ein paar praktische Hinweise vor dem Einsatz
Die NIR-Trocknung funktioniert nur bei direktem Sichtkontakt zwischen Sender und Empfänger. Deshalb müssen bei der Planung die Geometrie des Glases sowie die Schatten durch Halterungen berücksichtigt werden. Der Abstand zwischen den Sendern sowie die Geometrie der Reflektoren müssen an die jeweilige Beschichtungsdicke sowie die Emissivität des Substrats angepasst werden. Wir empfehlen immer eine kurze Testphase, bevor man die Geschwindigkeit erhöht. Sobald alles eingestellt ist, halten die Module das Temperaturprofil – doch überprüfen Sie zunächst die erste Behandlungserunde mit Temperatursensoren oder einem Pyrometer.